Krebs-Früherkennung

p53-Autoantikörper- ein allgemeiner Malignitätsmarker

©Dr.Leman, GBU Hirschberg 2002

Veränderungen in den Genen des Zellkerns können eine „normale" Zelle zur Krebszelle werden lassen. DNA-Schädigungen in sog. Tumorsuppressor-Genen sind dabei von besonderer Wichtigkeit, da diese Proteine das unkontrollierte Wachstum einer Zelle, also die Enstehung des Tumors, verhindern.

Das p53 -Tumorsuppressor-Gen, das von entscheidender Bedeutung in der Regulation des Zellzyklus ist, besitzt besondere Relevanz, da in 60-80% aller Tumore Mutationen in diesem Gen nachgewiesen werden konnten (unabhängig von der Art und Herkunft des Tumors). Seine Funktionen umfassen die Arretierung der Zellen in der Gl -Phase, den Einfluß auf DNA-Synthese und -Reparatur und den programmierten Zelltod (Apoptose). Entfällt durch eine Mutation im p53-Gen die wichtige Gl -Arretierung, so wird die Zelle die entstandenen Schäden nicht rechtzeitig eliminieren können und die Fehler werden über mitotische Teilungen in folgenden Zellgenerationen fortgeschrieben. Es wurden in den letzten Jahren eine Vielzahl von Mutationen in völlig verschiedenen Bereichen des p53-Gens beschrieben; alle diese Mutationen haben aber letztlich den gleichen Effekt, nämlich den Verlust der tumorsuppressiven Eigenschaften von p53. Dabei führen diese Mutationen durch die Verlängerung der biologischen Halbwertszeit des Proteins (von ca. 10-20 Min. auf bis zu 48 Stunden) zu einer starken Akkumulation von p53 in der Zelle. Neben Mutationen im Gen , z.B. durch Strahlenschäden oder chemische Carcinogene, können auch Einflüsse von Virus-Proteinen die biologischen Eigenschaften von p53 verändern. Dies ist sowohl von Proteinen der Humanen Papillomviren (HPV) wie auch der Adenoviren beschrieben.

Wegen der kurzen Halbwertszeit und der damit verbundenen geringen Menge des Proteins in "normalen" Zellen, ist der Nachweis des p53- Proteins im Serum oder anderen Körperflüssigkeiten nur in sehr wenigen Fällen beschrieben. Dies liegt auch an der Instabilität des Proteins und der Tatsache, daß es in erster Linie ein Kernprotein ist. Mutantes p53-Protein kann jedoch, da es ein tumorspezifisches Antigen ist, das Immunsystem aktivieren . So konnte gezeigt werden, daß sehr viele Tumorpatienten Autoantikörper gegen die abnormal hohen p53-Konzentrationen entwickeln. Von besonderem Interesse ist die Tatsache, daß 100% aller Patienten, bei denen bisher p53-Autoantikörper nachgewiesen werden konnte, auch eine durch andere Verfahren gesicherteTumorerkrankung aufwiesen und keinerlei Korrelation mit den klassischen Tumormarken existiert.

Dies bedeutet, daß die Messung von p53-Autoantikörpern auch bei Tumormarker-negativen Patienten sinnvoll ist.

Wichtig ist ferner, daß p53-Autoantikörper in praktisch allen Tumorerkrankungen nachgewiesen werden konnten, wobei der Prozentsatz positiver Befunde bei den verschiedenen Tumorarten variiert. Auch der Einsatz der p53-Antikörper-Bestimmung bei der Nachsorge von behandelten Tumorerkrankungen ist sinnvoll, denn es konnte gezeigt werden, daß das Auftreten von p53-Autoantikörpern zeitlich oft deutlich vor den klassischen Tumormarkern nachgewiesen werden kann. Da p53-Autoantikörper der einzige bisher bekannte generelle Marker für Malignität sind, der eine Spezifität von 100% aufweist, ist ihr Nachweis innerhalb der serologischen Diagnostik und Nachsorge unterschiedlichster Tumorerkrankungen von größter Bedeutung. An Sensitivität ist er den speziellen Tumormarkern jedoch leicht unterlegen, so daß eine Kombination von klassischem Tumormarker und p53-Antikörper-Bestimmung als optimale Lösung gelten kann.

Besonders interessant scheinen uns derzeit der Einsatz von p53-Antikörper-Bestimmungen für Untersuchungen im Differenzierungsbereich chronischer/maligner Erkrankungen, wie beispielsweise bei erhöhten PSA-Werten und unklaren, dauerhaft erhöhten PHI-Aktivitäten.

Zurück zur Eingangsseite


Wenn Sie diese Bestimmung durchführen lassen möchten können Sie sich auch telefonisch (06201-507 854), per FAX (06201-592 127) oder e-mail an Dr.Leman wenden.
Auf Anforderung senden wir Ihnen gern geeignetes Abnahme- und Versandmaterial !
webmaster@gbu-net.de

Letzte Aktualisierung: 2.Oktober 2002