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Amalgam - Fortsetzung ©Dr.Leman, GBU Hirschberg 2002
Die letzte Stufe der Vitamin-C-Produktion (---> Glukose ---> L-Gulonolacton ---> L-Ascorbat) wird durch die Gulonolactonoxidase katalysiert. Die Fähigkeit zur körpereigenen Produktion dieses Enzyms ist uns im Laufe der Evolution "verlorengegangen ", vermutlich weil wir durch die reichhaltige äußere Nahrungszufuhr in frühen Zeiten der menschlichen Entwicklung ausreichend mit Vitamin C versorgt waren, so daß ein Gewöhnungsprozess stattgefunden haben könnte, der die körpereigenen Produktion überflüssig gemacht haben könnte. Die Ernährungsgewohnheiten des Menschen nach Eintritt in den zivilisatorischen Zustand brachten es mit sich, daß die automatische äußere Zufuhr mit Vitamin C in der Nahrung nicht mehr gesichert war. Wir müssen es also in genügender Menge mit der Nahrung aufnehmen.
Der Bedarf ist abhängig von Umweltfaktoren, Streß und geistiger oder körperlicher Beanspruchung. Möglicherweise spielt eine genetische Komponente eine wichtige Rolle, die von Individuum zu Individuum variiert.
Tabelle: Vitamin C-Bedarf des Menschen [61]:
Kleine Mengen Vitamin C werden besser resorbiert als große, bei deren oraler Aufnahme Darmbeschwerden auftreten können.
Tabelle: Resorptionsrate von Vitamin in Abhängigkeit von der Einzeldosis: [61]:
Es ist sehr wahrscheinlich, daß einige Krebserkrankungen vermieden würden, wenn Vitamin C in ausreichender Menge eingenommen werden würde, da es ein sehr bedeutender Radikalfänger ist. Folg. Wirkungen werden dem Vitamin zugeschrieben:
Abhängig vom Gesundheitszustand werden folg. Dosierungs-Empfehlungen gegeben:
Tabelle: Vitamin C-Dosierung in Abhängigkeit vom menschlichen Gesundheitszustand:
[62]
Nebenwirkungen des Vitamin C:
Nach Linus Paulingkönnte ein volle Korrektur der "Hypoascorbämie" die mittlere Lebenserwartung um 5 - 6 Jahre erhöhen. Diese These, wie überhaupt die Bewertungen der Vit. C-Wirkungen sind wissenschaftlich umstritten, jede(r) Einzelne möge selbst ausprobieren, wie das Vitamin in höheren Dosen über einen längeren Zeitraum auf sie (ihn) wirkt. Wesentliche oder irreversible Schädigungen können bei vernünftig erwogener Selbstanwendung kaum erfolgen.
Vitamin E (Tocopherol)
Tabelle: Tagesbedarf an Mikronährstoffen:
Zink: siehe 1.2.3.2 bzw.
1.3.2.3
Selen:
Kobalt:
Mangan:
Kupfer:
Molybdän:
Superoxid-Dismutase:
Glutathion-Peroxidase:
1.4.1.2.4.1. Vitamine
beta-Carotin (Pro-Vitamin A)
Lipophiles Antioxidans, das in der Lage ist, Radikalketten-Reaktionen zu unterbrechen und die Zellmembran vor Oxidationen zu schützen. Vor allem wirkt beta-Carotin als Radikalfänger des äußerst aggressiven Singulett-Sauerstoffs, der als Reaktionsprodukt von Peroxiden mit Schwermetallen entsteht. Vermutlich beruht der Reaktionsmechanismus bei der Reaktion von beta-Carotin mit Peroxidradikalen auf der Bildung eines resonanzstabilisierten Sytems, das in Oxidationsprodukte und Polyencarbonyle umgelagert wird. Möglicherweise liegt hierin die besondere Bedeutung der in der Natur in ca. 400 Formen vorkommenden Carotinoide. Die karzinomverhindernde Wirkung von beta-Carotin ist mittlerweile in zahlreichen in-vitro- und in-vivo-Studien nachgewiesen.
Vitamin C:
Aufgrund eines im Laufe der Evolution aufgetretenen genetischen Defektes ist der menschliche Organismus nicht in der Lage, selbständig Vitamin C zu produzieren. Diese seltene Eigenschaft teilen wir mit einigen wenigen anderen Tieren wie dem Meerschweinchen, einigen exotischen Vögeln und bestimmten Primaten. Alle anderen Tiere können es selbst produzieren.
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Vitamin C-Spiegel mg/Tag Befinden
in mg/100 ml Blut
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kleiner 0,1 kleiner 10 Skorbut, Tod
ca. 0,40 25 - 30 präskorbutische
Erscheinung
ca. 0,75 60 - 75 bei normaler Belastung
kein Mangel; begrenzte
Leistungsfähigkeit
1,2 - 1,4 mind. 200 gute Gesundheit
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60 (USA) und 75 (BRD) mg Vitamin C werden von öffentlichen Institutionen empfohlen. Nach Ansicht einiger Vitamin-Forscher (z.B. L. Pauling [60], I. Stone, u.a.) reicht diese Menge bei weitem nicht aus, den heutigen täglichen Umweltbelastungen gewachsen zu sein.
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Einzeldosis Resorption Resorption
mg % mg
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1000 75 750
2000 44 880
3000 39 1170
4000 27,5 1100
5000 20,9 1045
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Vitamin C-Dosierung: g/Tag
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Gesunde 4 - 15
Allergiger 15 - 25
leichte Erkaeltung 30 - 60
schwere Erkaeltung 60 - 100
Verbrennung, Verletzung, Operation 25 - 150
Mononucleosis 150 - 200
bakterieller Infekt 100 - 200
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Antioxidans, das vorwiegend in den Zellmembranen wirkt. Schützt die Membran-Lipide vor Oxidationen und Radikalangriff. Blockiert die Nitrosaminbildung. Verbessert die Immunantwort und die Phagocytose. Möglicherweise Verbesserung der Genreparaturfähigkeit der Zelle. Eine Korrelation zwischen geringem Vit. E-Serum-Spiegel und Brustkrebsentstehung konnte nachgewiesen werden.
1.4.1.2.4.2 Mikronährelemente (Spurenelemente):
Unter die Mikronährelemente (Spurenelemente) fallen lebensnotwendige Elemente mit einem Tagesbedarf < 100 mg, z.B Zn (Zink), Se (Selen), Co (Kobalt), Mn (Mangan), Cu (Kupfer), Mo (Molybdän), I (Iod). Auch Vanadium, Nickel, Zinn, Bor und Silicium gehören höhcstwahrscheinlich zu den essentiellen Spurenelementen.
Nach dem "Gesetz des Minimums" richtet sich das Überleben und Gedeihen eines Organismus nach dem Nährstoff, der ihm am wenigsten zur Verfügung steht. Bei Mangel an einem der hier genannten Spurenelemente wird also trotz möglicherweise optimaler übriger Nährstoffversorgung der Organismus Mangelerscheinungen haben, insbesondere dann, wenn der Spiegel der betreffenden Substanz im Körper durch übermäßige Belastung mit Umweltgiften gegen Null gesunken ist.
Mikronährstoff Tagesbedarf [mg] Funktion
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Zn 15 versch. Enzyme
Se 0,05 - 0,2 versch. Enzyme
Co Spuren Vitamin B 12
Mn 2 - 5 versch. Enzyme
Cu 2 - 3 Oxidasen
Mo 0,15 - 0,50 Redox-Enzyme
Für die Entgiftung von Schwermetallen im Körper sind hier vorwiegend die Spuren-Elemente Zink und Selen bzw. deren Apo-Enzyme Superoxid-Dismutase (SOD) und Glutathion-Peroxidase(GPO) interessant.
Wirkt auf mehrere Weise antioxidativ. Wichtige Komponente antioxidativer Proteine, des Enzyms Superoxid-Dismutase und des Leber-Produktes Metallothionin, das Schwermetalle eliminiert. Synergistische Wirkung mit anderen Antioxidantien. Beteiligung an rund 100 anzymatischen Prozessen im Körper.
Bestandteil des Enzyms Glutathion-Peroxidase. Am aktivsten in der Leber. Wirkt entgiftend auf Schwermetalle wie Hg, Cd und Pb. Beseitigt Peroxide, die durch freie Radikale gebildet werden. Pflanzlich gebundenes Selen wird vom Körper besser resorbiert als anorganisches.
Zentralatom des Vitamins B 12, das ausschließlich von Mikroorganismen gebildet wird und nur in tierischer Nahrung vorkommt.
Bestandteil einiger Enzyme, z.B. der Pyruvat-Carboxylase, die in den Mitochondrien vorkommt.
Bestandteil einiger wichtiger Enzyme. Z.B. des Coeruloplasmins, einer Oxidase, die für die Erhaltung der Blutfunktionen wichtig ist und eine der vielen Proteinarten (Metalloprotein) im Blut darstellt; der Cytochromoxidase, die in der Atmungskette der Mitochondrien den Sauerstoff aktiviert und zu Wasser reduziert. Weiterhin Vorkommen in Phenol-Oxidasen und in Superoxid-Dismutase. Wenn der Körper größere Mengen zugeführten Kupfers nicht über die Ausscheidungsorgane Galle und Darm bewältigen kann, kommt es zu Speicherungsvorgängen.
Coeruloplasmin stellt einen Inhibitor für freie Radikale dar und ist abhängig vom Kupferstatus. Eine zu hohe Zinkzufuhr kann den Kupferstatus unterdrücken, daher sollten in Arzneimittel-Präparaten Zink- und Kupfergehalt aufeinander abgestimmt sein, daß gegenseitige Beeinträchtigungen minimal sind.
Bestandteil einiger Flavinenzyme, z.B. der Xanthin-Oxidase, das für den Abbau der Purin-Nucleotide im Körper verantwortlich ist und diese letztendlich zu Harnstoff und Glyoxylat (H-CO-COOH) verarbeitet.1.4.1.2.4.3. Enzyme:
Enzyme sind Biokatalysatoren, d.h. Stoffe biologischen Urprungs, die chemische Umsetzungen beschleunigen. Man kennt heute mehr als 2000 verschiedene Enzyme, die den organisierten Ablauf von Stoffwechselprozessen regeln. Dieser ist nur möglich, weil jede Zelle über eine eigene, genetisch festgelegte Enzym-Ausstattung verfügt. Auch an Regulationsvorgängen, die den Stoffwechsel an veränderte Umwelt-Bedingungen anpassen, sind Enzyme beteiligt. Hier interessieren insbesondere Enzyme, die für die Entgiftung des Organismus verantwortlich sind.
Primärer enzymatischer Fänger für freie Radikale. Es gibt Mangan-Superoxid-Dismutase in Mitochondrien und cystosolische Kupfer-Zink-Dismutase mit exrazellulären Formen in Blut, Lymphen und anderen Körperflüssigkeiten. Superoxid-Ionen werden durch die mitochondriale Atmung, aktivierte Leukocyten, Mikrosomen, toxische Chemikalien und Strahlung in den lebenden Zellen produziert. Superoxid-Dismutase sorgt für den 200-fach schnelleren Spontanzerfall von Superoxid. Der Bildung von hochaggressivem Singulett-Sauerstoff, Hydroxyl-Radikalen und anderen reaktiven Sauerstoff-Radikalen wird wirksam vorgebeugt.
Sauerstoff und daraus gebildete Derivate können Hämoglobin in Methämoglobin (oxidiertes Hämoglobin mit drei- statt zweiwertigem Eisen) überführen. In Gegenwart von Sauerstoff entstehen ständig sehr reaktive Peroxide, die ebenfalls beseitigt werden müssen. Dies geschieht enzymatisch durch Glutathion (GSH), einem atypischen Tripeptid (gamma-Glu-Cys-Gly). Es trägt am Cystein eine Thiol-Gruppe, die bei der Reduktion von Methämoglobin und Peroxiden zum entsprechenden Disulfid (GSSG) oxidiert wird:

Katalase
Häufig vorkommendes Enzym, das meist in speziellen Organellen, den Peroxisomen vorkommt. Ist besonders wichtig für die Entgiftung der Niere und der Leber. Katalase kann Substrate (z. B. Ethanol, Phenole, Formaldehyd) oxidieren, indem es Wasserstoffperoxid verbraucht, das eigentlich giftig für den Organismus ist. Ein erheblicher Anteil der Ethanol-Oxidation zu Acetaldehyd verläuft über diesen Weg:
H(2)O(2) + H(2)A --- Katalase ---> 2 H(2)O + A
H(2)A = Ethanol, Phenole, Ameisensäure, Formaldehyd
Außerdem existiert ein zweite Reaktionsform, die Wasserstoffperoxid als Oxidationsmittel nutzt:
H(2)O(2) + H(2)O(2) --- Katalase ---> 2 H(2)O + O(2)
Katalase ergänzt damit die Superoxid-Dismutase.
Andere Methoden wie z. B. Heilfasten können eine effektive Methode zur Ausleitung von Amalgam darstellen. Alle Kräfte, die der Organismus zum Verarbeiten der täglichen Nahrung aufwendet, kann nun zum Entschlacken genutzt werden. Fasten sollte immer unter Aufsicht eines erfahrenen Therapeuten erfolgen, da es hier viele Fehlermöglichkeiten bei der Selbstanwendung gibt.
...
1.4.2 Alternativen zum herkömmlichen Zahnfüllmaterial
(Quelle: vorwiegend Info-Blätter 1/"Alternativen zum Amalgam": Dr. W. H. Koch, Herne 1992. 2/"Zahnärztliche Füllungstherapie": Dr. P. Reichert, Mannheim; Dr. W. H. Koch, Herne 1992)
Bei der Auswahl der Ersatzmöglichkeiten für Amalgam müssen folgende Kriterien berücksichtigt werden:
1. Die Kaufunktion der Füllungen muß gewährleistet sein.
2. Die Körperfunktionen, d. h. die biologischen Funktionen im Organismus dürfen nicht gestört werden.
3. Die finanzielle Lage des Patienten muß einbezogen werden.
Es gelten immer noch Vorschriften, die dem Zahnarzt die Verwendung von Amalgam im Seitenzahnbereich vorschreiben. Werden andere Materialien verwendet, verstößt der Zahnarzt gegen die Kassenverträge und kann unter Umständen in Regress genommem werden, d. h. sein Honorar wird um die Gebühren für diese Füllungen gekürzt. Deshalb können alternative Füllungen im Seitenzahnbereich nicht über den Krankenschein abgerechnet werden.
Bei kleinen Füllungen sind Kunststoffe bei richtiger Verarbeitung und Indikationsstellung den Amalgamen an Dauerhaftigkeit kaum mehr unterlegen. Diese Füllungen können nach einem Abdruck im Labor modelliert werden und können so der Zahnform am ästhetischsten und naturgetreusten nachgebildet werden. Bei guter Pflege sind sie praktisch unbegrenzt haltbar.
Kosten je Füllung:
Kunststoff: ca. DM 100,-- Gold (hochkarätig): DM 400,-- bis DM 900,--Auch bei Goldfüllungen sind Zuschüsse möglich, häufig gilt sogar: je größer die Füllung, desto höher der Zuschuß.
Situation des Zahnarztes:
Aus der Sicht des Zahnarztes besteht ein Loyalitätskonflikt, da er weisungsgebunden gegenüber den Krankenkassen handeln muß, aber andererseits das beste (gesundheitlich und finanziell) für den Patienten wollen sollte. Patienten, die mit alternativem Zahnmaterial versorgt werden möchten, müssen daher selbst die Initiative ergreifen und den Zahnarzt von sich aus ansprechen, da der Zahnarzt den Patienten nicht nach optimalen gesundheitlichen Kriterien, sondern nach den Regelleistungen der Krankenkassen versorgen muß. Kommt die Initiative aber vom Patienten, darf der Zahnarzt dem Patienten eine gesundheitsbewußte Lösung für Zahnfüllungen vorschlagen und erläutern.
Tab.: Alternativen zum Amalgam:
Fuellungsart: Haltbarkeit: Faerbung: Schaedlichkeit: Einsetzbarkeit:
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Zement ca. drei Jahre zahnaehnlich gering als Uebergangsfüllung
Kunststoff
(lichtgehaertet) 5 bis 10 Jahre zahnaehnlich Unvertraeglichkeits- bei kleinen Defekten; zeit-
reaktionen moeglich und kosten-intensiv
Kunststoffinlays ca. 10 Jahre sehr naturgetreu sehr gering auch bei grossen Fuellungen
einsetzbar; Anfertigung im
Labor nach einem Modell;
Einklebung nach sog.
adhaesivem Befestigungsver-
fahren mit Kunstharzkleber
Gussfuellung praktisch goldfarben Unvertraeglichkeits- vollwertiger Ersatz fuer
(z. B. Gold) unbegrenzt reaktionen moeglich Amalgam;
Modellierung nach Abguss;
Festsetzung mit Zement
Keramik noch keine zahnaehnlich gering Fertigung nach Abdruck im
Labor; zeitaufwendig und
teuer
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1.4.4 Palladium in der Zahnmedizin:
[70]
Seit 1986 sind Palladium-Basislegierungen als Regelversorgung für Kassenpatienten vorgesehen. Das ehemalige BGA (Bundesgesundheitsamt) hat im September 1993 Hinweise für den Zahnarzt zur Verwendung dentaler Gußlegierungen und Lote herausgegeben. Inzwischen warnt das BGA vor der Verwendung von kupferhaltigen Palladium-Basislegierungen.
Entscheidend für die Biokompatibilität eines Zahnmaterials ist sein Korrosionsverhalten. Die dabei entstehenden Korrosionsprodukte können gesundheitsschädlich sein. Gerade bei Palladium können allergische Reaktionen auftreten. Besonders Nickelallergiker reagieren häufig allergisch auf Palladiumlegierungen.
Die Symptomatik der Palladium-Beschwerden ähnelt den Folgen einer Belastung durch Nickel. Eine Überlagerung verschiedener anderer Belastungsquellen vermag die Erkrankungen durch Zahnmetalle zu verstärken.
1.4.4.1 Bestandteile der palladiumhaltigen Dentallegierungen:
In der BRD sind etwa 775 verschiedene Dentalegierungen auf dem Markt. Davon sind 180 Dentallote. Wenn Palladium mengenmäßig den größten Anteil der Metalle einer Legierung bildet, spricht man von Palladium-Basislegierung. Sie werden unterteilt in Palladium-Silber- und Palladium-Kupfer-Legierungen. Für die Verwendung als Aufbrennlegierung ist der Zusatz bestimmter Metalle (z.B. Gallium oder Indium) notwendig. Palladium-Silber-Legierungen enthalten bis zu 2,5 % Gallium, Palladium-Kupfer-Legierungen bis zu 10 %. Indium-haltige Legierungen können zu schweren paradontalen Erkrankungen führen.
Anteile in Palladium-Legierungen:
Legierung Palladium-Anteil Silber-Anteil Andere Metalle
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Palladium-Silber mind. 50 % 20 % bis zu 2,5 % Gallium;
Indium-, Zinn-, Zink-,
Kobalt-Gehalte moeglich
Palladium-Kupfer mind. 70 % 5 - 15 % bis zu 10 % Gallium;
Indium-, Zinn-, Zink-,
Kobalt-Gehalte moeglich
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Für Gußlegierungen, die in der Zahnmedizin als Material auf den Markt eingeführt werden, ist vor ihrer Einführung keinerlei Prüfung auf ihre Biokompatibilität vorgeschrieben.Bei Palladium hat man in den letzten Jahren, als sich die Beschwerden über Erkrankungen häuften, intensiver begonnen, den Fragen einer Gesundheitsgefährdung nachzugehen. In der Schweiz sind seit Jahren Palladium-Dental-Guß-Legierungen nicht zugelassen.
1.4.4.2 Das Korrosionverhalten dentaler Legierungen:
Dentallegierungen können im Mund korrodieren. Die Korrosion führt zu einer allmählichen Zersetzung, wobei Korrosionsprodukte entstehen können, die im menschlichen Körper zu lokalen oder systemischen Symptomen führen können. Hierbei kann besonders die sog. Spaltkorrosion eine wichtige Bedeutung haben, die dadurch entsteht, daß in Spaltsituationen zwischen oder in den Zähnen (z.B in mit Metall behandelten Wurzelkanälen, an Grenzflächen Keramik/Legierung, Klebebrücken, usw. [73]) die Versorgung mit Sauerstoff ungenügend ist. Die meisten Metalle reagieren mit diesem Sauerstoff und bilden eine passivierende Oxidschicht aus, die die Metalloberfläche schützt. Mehrere Legierungen, die gleichzeitig im Mund vorhanden sind (z.B. Amalgam/Gold, Amalgam/Palladium, usw.), können aufgrund des unterschiedlichen elektrochemischen Potentials die Korrosion begünstigen, wobei das unedlere Metall in ionischer Form in den Speichel übergeht. Dabei spielt nicht nur allein die Konzentration der freigesetzten Metallionen eine Rolle, sondern auch die Partikelgröße. Große Partikel können von den Makrophagen nicht einverleibt werden und zeigen daher eine geringere Toxicität, da sie im Zellinneren der Makrophagen keine Enzym- oder Zellschäden anrichten können. [72]
Generell gilt: Je unedler ein Metall ist, desto stärker korrodiert es. Diese Regel gilt aber nicht uneingeschränkt: einige Metalle, z.B. Titan ist relativ unedel, bildet aber eine stabile passivierende Oxidhaut.
Palladium-Legierungen nehmen nun gewissermaßen eine Grenzstellung ein, weil sie zwar schon zu den Edelmetallen gehöhren, so daß sie schlecht mit Sauerstoff reagieren und keine stabile Oxidschicht ausbilden, aber nicht edel genug sind, um überhaupt nicht oder nur in sehr geringem Maße (wie z.B. Gold) zu reagieren.
Palladium-Legierungen bilden i.a. keine schützende passivierende Oxidschicht aus und korrodieren u.U. sehr stark.
Bisher durchgeführte Laboruntersuchungen zeigen folg. toxische Wirkungen von Palladium bzw. Palladium-Legierungen:
Vermehrte Speichelproduktion Schmerzen an Zähnen und Kiefer Zungenbrennen Kältegefühl im Mund Metallgeschmack Abschälen der Schleimhaut am Zahnfleisch Pilzartiger Belag im Rachen mit Halsschmerzen Schmerzende, geschwollene Lymphdrüsen am Hals
Absterben der Zähne Granulome Eitertaschen mit abgestorbenem Gewebe Angeschwollene Zunge
Starke Nervosität Extreme Müdigkeit Benommenheit Gedächtnisschwund Schwindel Migräne Augenbrennen Allergien Immunschwäche Brennende Bläschen am Körper
Nervenschmerzen im Gesicht Lähmungen im Gesicht Zucken der Muskeln in der Zunge, an den Lippen, am Auge Nebenhöhlenentzündung Bronchitis Lungenerkrankung unklarer Genese Nächtliche Atemnot Beschwerden von Magen, Darm, Leber, Blase und Nieren Gewichtsverlust Gelenk- und Muskelschmerzen Muskelzucken uns -erschlaffen Ohrengeräusche Sehstöhrungen Depressionen Schlafstörungen Schweißausbrüche Herzrythmus-, Konzentrationsstörungen