Zurück zur Eingangsseite
Zahn-Amalgam - Chemie, Toxikologie und Laboruntersuchungen ©Dr.Leman, GBU Hirschberg 2002
1.4 Therapien und Alternativen zum herkömmlichen
Zahnfüllmaterial
"Es ist höchst verwunderlich, wie bisher die Warnungen in der Weltliteratur als Polemik von den Zahnärzten abgeschmettert wurden." [a.a.O.]
"Seit 150 Jahren werden kariöse Zahne mit dem zahnärztlichen Werkstoff Amalgam versorgt. Etwa 90 % der Bevölkerung tragen Zahnfüllungen aus diesem Material. Amalgam gilt als preisgünstiger, verhältnismäßig einfach zu verarbeitender und dauerhafter Füllungwerkstoff. Wegen dieser vorteilhafte Eigenschaften halten die Krankenkassen, das Bundesgesundheitsamt und die zahnärztliche Standesführung die Verwendung von Amalgam für sozialpolitisch notwendig und als Standardversorgung in der zahnärztlichen Praxis für unverzichtbar. Der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hat sich auch im Jahr 1991 nochfür den Fortbestand der für jeden Kassenzahnarzt verbindlichen Bestimmungen ausgesprochen: ""Im Seitenzahnbereich ist in der Regel Amalgam als Füllungsmaterial angezeigt" (Richtlinien des zuständigen Bundesausschusses der Zahnärzte und Krankenkassen zu § 14 Bundesmantelvertrag- Zahnärzte)."" Es ist also nicht in das Belieben des Zahnarztes gestellt, einen anderen Werkstoff bei der Behandlung auf Krankenschein zu verwenden." [22]
Amalgame enstehen durch Vermischen etwa gleicher Gewichtsanteile von Legierungen des Silbers, Kupfers und Zinns (Legierungspulver, -kugeln, -splitter, -späne) mit dem bei Raumtemperatur flüssigen Quecksilber (Hg):
Zusammensetzung der eutektischen Ag-Cu-Sn-Legierung:
Hg (fl) + einheitliche ternäre Legierung aus Ag-Cu-Sn (Kugeln)
Zusammensetzung der silberreichen ternären Legierung:
Zusammensetzung der kupferreichen ternären Legierung:
Inhalt:
1.3 Laboruntersuchungen
1.3.1 Kaugummitest
1.3.1.1 Anwendung
1.3.2 DMPS-Test
1.3.1.2 Durchführung
1.3.1.3 Auswertung
1.3.1.4 Vorgehen
1.3.1.5 Finanzielle
Konsequenzen
1.4.1 Therapieformen zur Behandlung von
Quecksilberbelastungen
1.4.2 Alternativen zum herkömmlichen
Zahnfüllmaterial
1.4.3 Anmerkungen zur Verträglichkeit von
Zahnfüllungsmaterialien
1.4.4 Palladium in der Zahnmedizin
1.1 Problematik:
"Zahnärzte werden seit vielen Jahren mit den Beschwerden von Patienten mit Amalgamfüllungen konfrontiert. Da die Quecksilberwerte nur in den ersten Tagen nach Einsetzen der Füllungen mit 5-40 mcg/L im Urin erhöht waren und dann wieder deutlich absanken, dachte man lediglich an Überempfindlichkeits- Reaktionen. Eine Reihe von Patienten gab jedoch in der Anamneseerhebung an, daß Monate bis Jahre nach Einsetzen der Füllungen eine Leidensgeschichte begann, die nach Einsetzen weiterer Füllungen oder nach spätestens 10 Jahren deutlich schlimmer wurde. Dies bezieht sich nicht nur auf Patienten mit zusätzlichen Gold- oder anderen Metallprothesen, bei denen man schon aufgrund der elektrochemischen Reaktionen mit unangenehmen lokalen Reaktionen und mit einer erhöhten Metallresorption rechnen muß. Auch nach Entfernen der Amalgamfüllungen besserten sich die Beschwerden erst nach Jahren" (Zitat: Max Daunderer, [9], S. III-3,1). 1.2. Chemie des Amalgams
1.2.1. Geschichte
1826 (Paris) Entdeckung des Kupfer-Silber-Amalgams durch Taveau
1840 Amalgamverbot wegen der dabei auftretenden Quecksilberdampfver-
giftung
1855 Wiederzulassung
1926 Der Chemiker A. Stock aus dem Kaiser-Wilhelm-Institut warnt
erneut vor Quecksilberamalgam ("Die Gefährlichkeit des
Quecksilberdampfes und der Amalgame") und beschrieb 1939 die
chronische Vergiftung infolge der Instabilität des Amalgams.
1985 Verbot des Amalgams in den sozialistischen Ländern des damaligen Ostblocks und Amalgamverzicht in Japan
1.2.2. Zusammensetzungen der unterschiedlichen Amalgame
(In Massenprozent):Amalgam = Hg (fl) + Metallegierung (Legierungspulver)
Konventionelles Amalgam enthält 53 Gew.-% metallisches Quecksilber. Zusätzlich existieren verschiedene Formen verbesserter Amalgame mit unterschiedlichen Anteilen an Silber und Kupfer, die korrosionsbeständiger sind.1.2.2.1 Zusammensetzung der konventionellen Amalgame:
Hg ca. 53%
Legierungpulver ca. 47%
Zusammensetzung des konventionellen Legierungpulvers:
Ag mind. 40%
Sn max. 32%
Cu max. 30%
Hg max. 3%Â
Zn max. 2%
Ni 36 ppm (Agestan von Bayer)
Cd 24 ppm (Agestan von Bayer)
Reaktionsmaterial:
Hg (fl) + Legierungspulver ------> Ag(3)Sn + Cu(3)Sn + Cu-Ag-Eutektikum + Ag(3)Hg(4) + Cu(5)Sn(6) + Sn-Hg-Phase
1.2.2.2 Hochsilberamalgame:
Hg (fl) + konventionelles Legierungspulver + eutektische Ag-Cu-Sn-Legierung (Kugeln)
Ag 65-70%
Sn 24-30%
Cu 12%
Handelsnamen:
Amalcap-Ng-2
Dispersalloy
Goodfill NG2
Starcap
1.2.2.3 Niedrigsilberamalgame:
Ag 55-60%
Sn 24-30%
Cu 12-15%
Handelsnamen:
Oralloy
Tytin
1.2.2.4 Kupferreiche Amalgame:
Hg (fl) + einheitliche ternäre Legierung aus Ag-Cu-Sn
Ag 40-50%
Sn 24-30%
Cu 20-30%
---->Forts. Amalgam: Teil 2
---->Index Amalgam
Zurück zur Eingangsseite des GBU
Letzte Aktualisierung: 7.Oktober 2002