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Zahn-Amalgam - Chemie, Toxikologie und Laboruntersuchungen

©Dr.Leman, GBU Hirschberg 2002

Inhalt:



1.1 Problematik:

"Zahnärzte werden seit vielen Jahren mit den Beschwerden von Patienten mit Amalgamfüllungen konfrontiert. Da die Quecksilberwerte nur in den ersten Tagen nach Einsetzen der Füllungen mit 5-40 mcg/L im Urin erhöht waren und dann wieder deutlich absanken, dachte man lediglich an Überempfindlichkeits- Reaktionen. Eine Reihe von Patienten gab jedoch in der Anamneseerhebung an, daß Monate bis Jahre nach Einsetzen der Füllungen eine Leidensgeschichte begann, die nach Einsetzen weiterer Füllungen oder nach spätestens 10 Jahren deutlich schlimmer wurde. Dies bezieht sich nicht nur auf Patienten mit zusätzlichen Gold- oder anderen Metallprothesen, bei denen man schon aufgrund der elektrochemischen Reaktionen mit unangenehmen lokalen Reaktionen und mit einer erhöhten Metallresorption rechnen muß. Auch nach Entfernen der Amalgamfüllungen besserten sich die Beschwerden erst nach Jahren" (Zitat: Max Daunderer, [9], S. III-3,1).

"Es ist höchst verwunderlich, wie bisher die Warnungen in der Weltliteratur als Polemik von den Zahnärzten abgeschmettert wurden." [a.a.O.]

"Seit 150 Jahren werden kariöse Zahne mit dem zahnärztlichen Werkstoff Amalgam versorgt. Etwa 90 % der Bevölkerung tragen Zahnfüllungen aus diesem Material. Amalgam gilt als preisgünstiger, verhältnismäßig einfach zu verarbeitender und dauerhafter Füllungwerkstoff. Wegen dieser vorteilhafte Eigenschaften halten die Krankenkassen, das Bundesgesundheitsamt und die zahnärztliche Standesführung die Verwendung von Amalgam für sozialpolitisch notwendig und als Standardversorgung in der zahnärztlichen Praxis für unverzichtbar. Der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hat sich auch im Jahr 1991 nochfür den Fortbestand der für jeden Kassenzahnarzt verbindlichen Bestimmungen ausgesprochen:

""Im Seitenzahnbereich ist in der Regel Amalgam als Füllungsmaterial angezeigt" (Richtlinien des zuständigen Bundesausschusses der Zahnärzte und Krankenkassen zu ß 14 Bundesmantelvertrag- Zahnärzte).""

Es ist also nicht in das Belieben des Zahnarztes gestellt, einen anderen Werkstoff bei der Behandlung auf Krankenschein zu verwenden." [22]

1.2. Chemie des Amalgams

1.2.1. Geschichte
1826 (Paris)    Entdeckung des Kupfer-Silber-Amalgams durch Taveau
1840            Amalgamverbot wegen der dabei auftretenden Quecksilberdampfver-
                giftung
1855            Wiederzulassung
1926            Der Chemiker A. Stock aus dem Kaiser-Wilhelm-Institut  warnt
                erneut vor Quecksilberamalgam ("Die Gefährlichkeit  des
                Quecksilberdampfes und der Amalgame") und beschrieb 1939 die
                chronische Vergiftung infolge der Instabilität des Amalgams.
1985            Verbot des Amalgams in den sozialistischen Lšndern des damaligen Ostblocks und Amalgamverzicht in Japan

1.2.2. Zusammensetzungen der unterschiedlichen Amalgame

(In Massenprozent):

Amalgame enstehen durch Vermischen etwa gleicher Gewichtsanteile von Legierungen des Silbers, Kupfers und Zinns (Legierungspulver, -kugeln, -splitter, -späne) mit dem bei Raumtemperatur flüssigen Quecksilber (Hg):

Amalgam = Hg (fl) + Metallegierung (Legierungspulver)
Konventionelles Amalgam enthält 53 Gew.-% metallisches Quecksilber. Zusätzlich existieren verschiedene Formen verbesserter Amalgame mit unterschiedlichen Anteilen an Silber und Kupfer, die korrosionsbeständiger sind.

1.2.2.1 Zusammensetzung der konventionellen Amalgame:
Hg                          ca. 53%
Legierungpulver             ca. 47%

Zusammensetzung des konventionellen Legierungpulvers:
Ag                          mind. 40%
Sn                          max.  32%
Cu                          max.  30%
Hg                          max.   3%¬
Zn                          max.   2%
Ni                          36 ppm (Agestan von Bayer)
Cd                          24 ppm (Agestan von Bayer)

Reaktionsmaterial:
Hg (fl) + Legierungspulver ------> Ag(3)Sn + Cu(3)Sn + Cu-Ag-Eutektikum + Ag(3)Hg(4) + Cu(5)Sn(6) + Sn-Hg-Phase

1.2.2.2 Hochsilberamalgame:
Hg (fl) + konventionelles Legierungspulver + eutektische Ag-Cu-Sn-Legierung (Kugeln)

Zusammensetzung der eutektischen Ag-Cu-Sn-Legierung:

Ag                           65-70%
Sn                           24-30%
Cu                           12%

Handelsnamen:
Amalcap-Ng-2
Dispersalloy
Goodfill NG2
Starcap

1.2.2.3 Niedrigsilberamalgame:

Hg (fl) + einheitliche ternäre Legierung aus Ag-Cu-Sn (Kugeln)

Zusammensetzung der silberreichen ternären Legierung:

Ag                            55-60%
Sn                            24-30%
Cu                            12-15%

Handelsnamen:
Oralloy
Tytin

1.2.2.4 Kupferreiche Amalgame:
Hg (fl) + einheitliche ternäre Legierung aus Ag-Cu-Sn

Zusammensetzung der kupferreichen ternären Legierung:

Ag                             40-50%
Sn                             24-30%
Cu                             20-30%

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Letzte Aktualisierung: 7.Oktober 2002